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14.10.2018

Große Feier zum Jubiläum

Kommunale Partnerschaft mit San Vito besteht seit 20 Jahren


Im Beisein der Ehrengäste und italienischen Freunde wurde vor dem Rathauseingang eine Bronzetafel enthüllt

Die Fotoausstellung weckte viele schöne Erinnerungen

Die Geehrten trugen sich im Beisein der Bürgermeister in das Goldene Buch ein

Der Kammerchor "Quodlibet" begeisterte die Zuhörer

Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Eva Strasser begrüßte die Gäste

Die Bürgermeister der drei Gemeinden tauschten Erinnerungsgeschenke aus

Unter den Geehrten war auch die Gattin des zweiten Bürgermeisters von San Vito, Laura Sella

Viele Bürger kamen zur Jubiläumsfeier in den Bürgersaal

Nach dem Konzert stärkten sich die Sängerinnen und Sänger

Viele fleißige Hände stellten die Versorgung der Gäste sicher

Altdorf.

Luftlinie 325 Kilometer südlich und mit rund 3000 Einwohner ein Vorort der Stadt Schio – das ist San Vito di Leguzzano. Mit dieser Gemeinde in der italienischen Provinz Vicenza ging vor nunmehr 20 Jahren der Markt Altdorf eine kommunale Partnerschaft ein. Am vergangenen Wochenende feierte man dieses Jubiläum auf der bayerischen Seite, das vom Markt Altdorf und dem Partnerschaftsverein gemeinsam gestaltet wurde.

Im Frühjahr 1997 beschloss der damalige Kulturausschuss mit einer Gemeinde in der Provinz Vicenza, mit der der Landkreis Landshut eine Partnerschaft pflegt, eine kommunale Partnerschaft einzugehen. Bei der Kontaktsuche bot der bereits verstorbene Altdorfer Maler Georg Reif seine persönlichen Verbindungen zu San Vito di Leguzzano an. Bei der ersten Fahrt im September 1997 wurde die Altdorfer Reisegruppe überaus herzlich vom damaligen Bürgermeister Dr. Carlo Traballi empfangen. Bei einem Freundschaftsabend im November 2008 in Altdorf, in dem auch Altdorfer Vereine eingebunden waren, sei man sich näher gekommen und habe daraus die Partnerschaft beschlossen. Die Partnerschaft wurde dann am 3. September 1999 offiziell in San Vito von den damaligen Bürgermeistern Traballi und Josef Sehofer beurkundet. Auch die nachfolgenden Bürgermeister beider Gemeinden sowie einige Vereine und Gruppen haben die bestehenden Kontakte ausgebaut und die Partnerschaft mit vielfältigen Veranstaltungen und gegenseitigen Besuchen lebendig gehalten. Besonders intensive Kontakte pflegt die Krieger- und Soldatenkameradschaft Altdorf mit der dortigen Gruppe der Alpini.  Stolz ist man im Partnerschaftsverein auch auf den regen Schüleraustausch der Mittelschule Altdorf mit der Volksschule von San Vito. Den hohen Stellenwert der Vereinsarbeit für die Schule brachten die Verantwortlichen der Mittelschule zum Ausdruck.

Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Eva Strasser, konnte aus San Vito di Leguzzano neben dem zweiten Bürgermeister Antonio Dalle Rive mit seiner Frau Laura Sella auch Guiseppe (Pino) Vanzo sowie Vertreter des Gemeinderates und des Partnerschaftskomitees begrüßen. "Einen wesentlichen Anteil an der Stabilisierung in Europa haben die rund 20.000 Städtepartnerschaften europäischer Kommunen untereinander. Sie stehen für einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben, gegen Nationalismus, Rassismus und Diskriminierung und für freiheitliche und demokratische Werte. Ganz besonders aber für die Verwirklichung eines geeinten Europas", betonte Strasser. Städtepartnerschaften können damit als die größte Friedensbewegung der Welt betrachtet werden.

Bürgermeister Helmut Maier gab in seiner Ansprache zu verstehen, dass eine Partnerschaft von intensiven Einsatz und vom großen Engagement vieler Mitwirkenden lebe. "Einige Persönlichkeiten bilden jedoch die tragende Säulen der Partnerschaft," betonte er. Dabei dankte er auch den damals amtierenden Bürgermeistern Dr. Carlo Traballi und Josef Sehofer für ihren unermüdlichen Einsatz. Auch sein bereits verstorbener Nachfolger Franz Kainz setzte sich intensiv für die Partnerschaft ein.

Für den aus gesundheitlichen Gründen verhinderten San Viteser Bürgermeister Umberto Poscoliero verlas der zweite Bürgermeister Antonio dalle Rive dessen Grußwort. Mit Sorge sehe Poscoliero die gegenwärtige Entwicklung, dass der europäische Gedanke nicht mehr von allen Mitgliedsstaaten unterstützt werde und dadurch der Prozess der Freundschaft und Integration zwischen allen Völkern Europas behindert werde. "Nur ein vereintes und starkes Europa kann Frieden und Wohlstand bescheren," betonte er. Ein besonderes Anliegen sei ihm  die Freundschaft und der kulturelle Austausch zwischen den Jugendlichen beider Gemeinden. In Diesem Zusammenhang bedankte er sich besonders beim Partnerschaftsverein für den stets großartigen Einsatz im Sinne der Partnerschaft. Der neue Kulturreferent Dalle Molle sprach in seiner kurzen Vorstellung den Wunsch aus, dass sich noch viele gemeinsame Ziele im Sinne der Freundschaft umsetzen lassen mögen. Auch Dieter Helms, Bürgermeister der österreichischen Partnergemeinde Pinsdorf, sprach die Hoffnung aus, dass der europäische Gedanke in Erfüllung gehen möge. An seine beiden Bürgermeisterkollegen überreichte er ein "Bschoad Binkerl" mit österreichischen Schmankerln.

Für ihre Verdienste um die kommunale Partnerschaft wurden mit einer Urkunde sowie einem Silbertaler des Marktes und einem Geschenkkorb geehrt: Laura Sella, Inge Bastek, Guiseppe Vanzo und Ursula Mang aus San Vito sowie der Ehrenvorsitzende Günther Fuchs und das langjährige Vorstandsmitglied Wilfried Böhmer.

Als Dolmetscherin fungierte die langjährige Dozentin für italienische Sprache an der VHS Altdorf Antonia Fuso-Hesse.

Im zweiten Teil des Festabends trat der Kammerchores der Villa Musica unter der Leitung von Grete Csibi auf, der auch schon den ersten Teil musikalisch umrahmte. Die Auswahl der Lieder erstreckte sich von Madrigalen aus dem 16. Jahrhundert bis zur modernen Popmusik, vom bayerischen und deutschen Liedgut, Traditionellem aus Ungarn über italienische Schlager bis englischsprachigen Klassikern. Die Besucher zollten dem sehr ansprechenden und unterhaltsamen Konzert mit langanhaltendem Beifall ihre Anerkennung.

Bereits am Freitagabend wurde vor dem Rathauseingang eine Bronzetafel enthüllt, die der Altdorfer Bildhauer Stephan Baumer geschaffen hat. Viel wussten die Festgäste zu den ausgestellten Bildern und Berichten aus gemeinsamen Begegnungen der letzten 20 Jahre im Foyer des Mehrfunktionsgebäudes zu erzählen. Anschließend lud die Marktgemeinde die Ehrengäste zu einem gemeinsamen Abendessen in das Gasthaus Wadenspanner ein. Zum Ausklang der Feierlichkeiten besuchten die Gästen und auch viele Vereinsmitglieder am Sonntag den Erntedankgottesdienst, den Pfarrer Dr. Josy Joseph und Diakon Michael Weigl zelebrierten und der vom Familiengottesdienst-Team sowie der Rasselbande unter der Leitung von Rudi Swientek gestaltet wurde. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Huber in Gstaudach traten die italienischen Freunde mit vielen schönen Eindrücken die Heimreise an, nicht ohne die Altdorfer zu einem Besuch im nächsten Jahr nach San Vito einzuladen